Einsatz

Österreichische Feuerwehrkräfte im EU-Prepositioning auf Sardinien

„Firefighter Austria – Ready to Help“

Um bei schweren Wald- und Vegetationsbränden in Europa rasch und koordiniert unterstützen zu können, entsendet Österreich im Rahmen des EU-Katastrophenschutzmechanismus (Union Civil Protection Mechanism, UCPM) speziell ausgebildete Feuerwehrkräfte nach Sardinien.

Das sogenannte Prepositioning verfolgt das Ziel, Waldbrandmodule bereits vorsorglich in besonders gefährdeten Regionen Europas zu stationieren. Dadurch können lokale Einsatzkräfte im Ernstfall unmittelbar unterstützt und gleichzeitig wichtige internationale Erfahrungen gesammelt werden.

Präzise Planung und internationale Zusammenarbeit

Der zweiwöchige Einsatz gliederte sich in zwei Rotationen:

1. Rotation: 25 speziell ausgebildete Feuerwehrmitglieder reisten mit ihren Einsatzfahrzeugen auf dem Landweg über Italien und anschließend per Fähre nach Sardinien.

2. Rotation: Nach einer Woche erfolgte der Personalwechsel. Weitere 24 Einsatzkräfte flogen nach Sardinien, übernahmen die Fahrzeuge und setzten den Einsatz fort.

Als Stützpunkt diente eine Feuerwache in Sant’Andrea Frius, rund 30 Kilometer nördlich von Cagliari. Von dort aus standen die österreichischen Kräfte für Vegetations- und Waldbrandeinsätze auf der gesamten Insel bereit.

Ausbildung und Einsatzbereitschaft

Vor Ort absolvierten die Teilnehmer eine umfassende Ausbildung, die speziell auf die Anforderungen der Vegetationsbrandbekämpfung in schwierigem Gelände ausgerichtet war. Schwerpunkte waren:

  • Gezielte Bekämpfung von Vegetations- und Waldbränden
  • Taktische Einsatz von Handwerkzeugen
  • Zusammenarbeit mit Luftfahrzeugen
  • Enge Kooperation mit den örtlichen Einsatzorganisationen

Die Mannschaften wurden auf verschiedene Standorte verteilt und stellten täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr die Einsatzbereitschaft sicher. Gemeinsam mit den sardischen Einsatzkräften wurden zahlreiche Einsätze bewältigt. Diese reichten von kleineren Vegetationsbränden in Stadtnähe bis hin zu größeren Bränden in den gebirgigen Regionen der Insel.

Besonders herausfordernd waren dabei die klimatischen Bedingungen. Temperaturen von über 40 °C, geringe Luftfeuchtigkeit und die spezielle Vegetation Sardiniens verlangten den Einsatzkräften einiges ab.

Einsatz beim größten Waldbrand der Saison

Einige österreichische Feuerwehrmitglieder waren zusätzlich auf der Airbase im Dienst und unterstützten die Besatzungen der von Heli Austria eingesetzten Super Puma-Hubschrauber.

Am letzten Einsatztag wurden sie zum größten Waldbrand der bisherigen Saison in die Nähe der Stadt Arzana alarmiert. Das Feuer breitete sich auf einer Fläche von rund 3.000 Hektar aus und entwickelte durch starken Wind eine enorme Dynamik.

Der Brand erstreckte sich von dicht bewaldeten Gebieten über weitläufige Busch- und Graslandschaften bis in Richtung der Ortschaft Arzana. Die rasche Ausbreitung stellte die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen.

Zur Brandbekämpfung standen zwei Super Puma-Hubschrauber von Heli Austria mit jeweils 3.000 Liter Löschwasserkapazität im Einsatz. Zusätzlich wurden weitere Löschflugzeuge und Hubschrauber der regionalen und nationalen Flugstaffeln eingesetzt.

Wertvolle Erfahrungen für Österreich

Die während des Auslandseinsatzes gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Waldbrandbekämpfung in Österreich. Insbesondere die Zusammenarbeit mit internationalen Einsatzorganisationen sowie die Bewältigung großflächiger Vegetationsbrände liefern wertvolle Impulse für zukünftige Einsätze im eigenen Land.

Ein besonderer Dank gilt dem Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverband, der auch Feuerwehrkräften aus Salzburg die Teilnahme am EU-Prepositioning ermöglichte.

Teilnehmer aus Salzburg

Team A

LM Christian Perschl

V Florian Ziegler

Team B

OBI Ronny Baier

OBI Franz Schönleitner

Wir sind stolz, dass unser Kommandant OBI Franz Schönleitner Teil dieses internationalen Einsatzes war. Die dort gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse stellen einen wertvollen Mehrwert für unsere Feuerwehr dar und kommen künftig auch unserer Einsatzvorbereitung und Ausbildung zugute.

Fotos: FF Niederalm, OBI Franz SCHÖNLEITNER